






Ausono besteht aus zwei Teilen: einer Tablet-App und einem Stift. Der Stift kann ganz normal als Tablet-Stift benutzt werden, die Stiftkappe enthält allerdings ein Mikrofon und kann an den Kragen geklippt werden. Die App hat als Basis die Funktionen eines simplen Notizprogramms, welches die Kinder auch im Alltag ohne Ausnahmesituation nutzen können.
Wenn ein Kind merkt, dass es sich auditiv abschirmen muss, kann es sich mit dem Stift melden, was mit der Lehrkraft als Geste abgesprochen ist. Dann nimmt die Lehrkraft die Stiftkappe an sich und die Transkription wird gestartet.

Wir haben generell versucht, möglichst unauffällige, alltägliche Objekte und Gesten zu nutzen, um eine ungewollte Sonderrolle der Kinder möglichst zu verhindern.
Das Kind kann sich jetzt mit Kopfhörern abschirmen und weiterhin den Unterricht auf dem Tablet verfolgen. Um möglichen Problemen vorzubeugen, gibt es verschiedene Features, wie die automatische Aufgabenerkennung, die dabei helfen.

Weitere zentrale Bestandteile sind die Live-Übersicht und die finale Zusammenfassung.
Die Live-Übersicht gliedert alles, was im Unterricht vorkommt thematisch und fasst nur die wichtigen Fakten zusammen. Dieses Feature hilft, wenn das Kind nicht sofort live den Unterricht verfolgen kann und beispielsweise 10 Minuten die Augen schließen oder den Raum verlassen muss. Wenn das Kind zurück kommt, kann es sich schnell einen Überblick verschaffen, worum es in der Zeit ging.
Die finale Zusammenfassung wird am Ende der Stunde mit gleichbleibendem, übersichtlichem Layout erstellt. Hier sind alle behandelten Themen nochmal gegliedert und navigierbar aufgeführt und zusammengefasst.

Das wichtigste bei der Gestaltung für eine komplexe Zielgruppe wie autistische Kinder ist die grundlegende Recherche. Wir führten zahlreiche Interviews mit autistischen Menschen, Eltern, Pädagogen und anderen Experten wie Schulbegleitungen. Das war für uns, da wir zuvor keine Verbindung zum Thema hatten wichtig, um ein Gefühl für die Zielgruppe zu bekommen. Da das autistische Spektrum sehr divers ist, mussten wir uns auf eine kleine Gruppe spezialisieren. Wir nutzten die autistischen Ausprägungen (z.B. sensorisch, motorisch, usw.) um diese zu definieren.

Der Gestaltungsprozess war auch vom fortlaufenden Austausch mit unseren Kontaktpersonen begleitet, wobei wir uns am Anfang zu unseren groben Ideen, später dann auch zu einzelnen Features immer wieder Feedback von autistischen Menschen einholten.
Wir fokusierten uns auf die Kernprobleme unserer Zielgruppe und entwarfen ein MVP, wobei wir die Features demnach auswählten, wie sehr sie helfen und wie gut sie umzusetzten sind.
Da unser Produkt in einem sensiblen Umfeld, der Schule, eingesetzt wird, machten uns auch die rechtlichen Hürden zu schaffen. Viele Features wie das Mikrofon direkt an der Lehrkraft wurden so konzipiert, um DSGVO Richtlinien zu erfüllen.

Um sicherzustellen, dass unsere Ideen technisch umsetzbar sind und um mögliche Probleme schnell zu erkennen, machten wir umfassende Tests. Wir programmierten die vorgesehene KI-Pipeline zum Testen mit Deepgram und Perplexity, im realen Produkt wären allerdings aus Datenschutzgründen lokale Modelle vorgesehen. Durch die Tests konnten wir feststellen, dass die generellen Funktionen, wie die Transkription und logische Strukturierung, sehr gut funktionieren, während sich bei anderen Tests Schwachstellen und Edge Cases herausgestellt haben, die wir im weiteren Verlauf berücksichtigen mussten.
